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Wie errichte ich ein Testament?

In den letzten Jahren haben sich die Fälle gehäuft, in denen Testamente wegen eines Formfehlers ungültig waren. Damit das nicht passiert, klärt der folgende Beitrag auf, wie ein Testament zu errichten ist.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie ein Testament errichtet werden kann. Dabei ist aber Vorsicht geboten: werden die gesetzlichen Formvorschriften nicht eingehalten, ist das Testament ungültig und daher rechtlich unbeachtlich. Vor allem in den letzten Jahren gab es eine Reihe von Gerichtsentscheidungen, in denen Testamente wegen eines Formfehlers für ungültig erklärt wurden.

Begriffserklärungen

Da im Zusammenhang mit Testamenten viele verschiedene Begriffe existieren, sollen die wichtigsten davon zunächst kurz erklärt werden.

Die letztwillige Verfügung ist der Überbegriff. In einer letztwilligen Verfügung werden Regelungen getroffen, wer das Vermögen oder Teile davon erhalten soll, wenn eine Person stirbt. Letztwillige Verfügungen werden wiederum unterteilt in Testament und sonstige letztwillige Verfügungen (früher auch „Kodizill" genannt).

In einem Testament werden eine oder mehrere Personen zu Erben eingesetzt. Die sonstigen letztwilligen Verfügungen enthalten hingegen keine Reglung über die Erbfolge. Hierzu gehört insbesondere das Vermächtnis (früher auch „Legat" genannt), in dem verfügt wird, dass eine Person bestimmte Sachen (z.B. eine Münzsammlung) erhalten soll.

Wie wird ein Testament gültig errichtet?

Am häufigsten kommen schriftliche Testamente mit oder ohne Zeugen vor. Beim sogenannten eigenhändigen Testament muss der gesamte Text vom Verfügenden eigenhändig geschrieben und eigenhändig mit seinem Namen unterschrieben werden. Die Beisetzung von Ort und Datum der Errichtung ist zwar nicht notwendig, aber ratsam.

Wird das Testament nicht eigenhändig geschrieben (z.B. weil es am Computer getippt und ausgedruckt oder von einer anderen Person geschrieben wurde), muss der Verfügende in Gegenwart von drei gleichzeitig anwesenden Zeugen eigenhändig unterschreiben und das Testament mit dem eigenhändig geschriebenen Zusatz versehen, dass die Urkunde seinen letzten Willen enthält. Man spricht dann von einem fremdhändigen Testament. Die Identität der Zeugen muss sich aus der Urkunde ergeben. Zudem haben die Zeugen mit einem auf ihre Eigenschaft als Zeugen hinweisenden und eigenhändig geschriebenen Zusatz zu unterschreiben.

Beim sogenannten Nottestament kann der letzte Wille auch mündlich in Gegenwart von zwei Zeugen erklärt werden. Ein solches Nottestament ist allerdings nur dann gültig, wenn aus Sicht des letztwillig Verfügenden die begründete Gefahr besteht, dass er stirbt oder die Testierfähigkeit verliert, bevor er seinen letzten Willen auf andere Weise erklären kann. Ein so erklärter letzter Wille verliert aber drei Monate nach Wegfall der Gefahr seine Gültigkeit und gilt als nicht errichtet.

Neben diesen Formen gibt es auch noch gerichtliche und notarielle letztwillige Verfügungen, die allerdings eher selten vorkommen.

Bei der Verfassung von letztwilligen Verfügungen sind aber noch eine Reihe weiterer Vorschriften zu beachten: besteht das Testament etwa aus mehreren Blättern, muss für die Gültigkeit eine äußere oder innere Urkundeneinheit vorliegen, wenn sich die Unterschriften nur am letzten Blatt befinden. Zudem kann nicht jede Person Testamentszeuge sein. So ist etwa eine Person, die zum Erben eingesetzt wird, kein fähiger Zeuge.

Beispiele für ungültige Testamente

Wie streng die Gerichte auf die Einhaltung der Formvorschriften achten, sollen die folgenden Beispiele zeigen.

Der Oberste Gerichtshof erachtete es für das Vorliegen der äußeren Urkundeneinheit als nicht ausreichend, wenn mehrere Blätter eines Testaments mit nur einer Heftklammer zusammengeheftet waren. Ein solches Testament wurde für ungültig erklärt. Ein Zusammenheften mit drei Heftklammern war hingegen ausreichend.

In einem anderen Fall machte ein Notar einen Hausbesuch, zu dem er einen Testamentsentwurf mitnahm, der aus zwei losen, mit auf dem Computer geschriebenem Text bedruckten Blättern bestand. Am Ende des Textes am zweiten Blatt unterschrieben der später Verstorbene und die drei Testamentszeugen. Anschließend fuhr der Notar in seine Kanzlei, wo die beiden Blätter zusammengenäht wurden. Das Testament war ungültig, weil die Vernähung der beiden Blätter nicht in einem Akt mit der Errichtung des Testaments erfolgte.

Empfehlung

Aufgrund der sehr strengen Formerfordernisse empfiehlt es sich jedenfalls, für die Errichtung einer letztwilligen Verfügung anwaltlichen Rat einzuholen. So wird gewährleistet, dass die Verfügung auch gültig ist. Zudem unterstützt Sie Ihr Rechtsanwalt auch bei der inhaltlichen Ausformulierung des Testaments.

Ein weiterer Vorteil: Der Rechtsanwalt kann die letztwillige Verfügung in seiner Kanzlei hinterlegen und registrieren. Bei jedem Verlassenschaftsverfahren muss eine Registerabfrage durchgeführt werden. So ist gewährleistet, dass die letztwillige Verfügung im Verlassenschaftsverfahren berücksichtigt wird. Es kann dadurch also nicht passieren, dass die Urkunde verloren geht oder sonst abhandenkommt.

Die Anwält*innen der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Andreas König - Dr. Andreas Ermacora - Dr. Christian Klotz & Partner stehen Ihnen in allen Belangen im Zusammenhang mit letztwilligen Verfügungen gerne zur Seite.

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